Jedes Jahr am 31. Oktober sieht man orange Kürbisse, gruselige Kostüme und Kinder, die nach Süssigkeiten fragen. Halloween ist mittlerweile auch in der Schweiz bekannt. Doch wusstest du, dass dieses Fest bei uns früher kaum gefeiert wurde? Woher kommt Halloween eigentlich, und wie unterscheidet es sich von unseren Schweizer Herbstbräuchen?
Wie kam Halloween in die Schweiz?
Halloween hat seine Wurzeln in alten keltischen Bräuchen und entwickelte sich später besonders in Irland weiter. Im 19. Jahrhundert brachten irische und schottische Auswanderer die Tradition nach Nordamerika. Dort wurde Halloween immer beliebter und entwickelte sich mit der Zeit zu dem Fest, das wir heute kennen. In der Schweiz verbreitete sich Halloween vor allem ab Mitte der 1990er-Jahre. Filme, Fernsehen, Werbung und Geschäfte trugen dazu bei, dass der Brauch immer bekannter wurde. Zuerst gewann Halloween besonders in der Westschweiz an Beliebtheit, später auch in der Deutschschweiz.
Kürbisse, Kostüme und Süssigkeiten
Eine der bekanntesten Halloween-Traditionen ist das Kürbisschnitzen. Dabei werden Kürbisse ausgehöhlt und mit gruseligen Gesichtern verziert. Mit einer Kerze oder einem LED-Licht im Inneren werden sie zu leuchtenden Halloween-Dekorationen.
Auch das Verkleiden gehört dazu. Viele Kinder und Jugendliche ziehen gruselige Kostüme an, besuchen Halloweenpartys oder dekorieren ihre Häuser. Manche Kinder ziehen von Tür zu Tür und rufen: «Süsses oder Saures!» Dabei hoffen sie auf Süssigkeiten.
Allerdings feiern längst nicht alle Menschen in der Schweiz Halloween. Hier gibt es auch eigene Herbstbräuche, die schon viel länger gepflegt werden.
Räbeliechtli – eine Schweizer Herbsttradition
Besonders in der Deutschschweiz sind die traditionellen Räbeliechtli-Umzüge bekannt. Dafür höhlen Kinder weisse Herbstrüben, sogenannte Räben, aus und schnitzen Muster hinein. Mit einem Licht im Inneren verwandeln sie sich in kleine Laternen.
Anschliessend ziehen die Kinder mit ihren leuchtenden Räbeliechtli durch die Strassen und singen gemeinsam Lieder.
Auf den ersten Blick erinnert dieser Brauch an Halloween, denn bei beiden Traditionen wird Gemüse ausgehöhlt und beleuchtet. Trotzdem gibt es einige Unterschiede:
| Halloween | Räbeliechtli-Umzug |
|---|---|
| Wird am 31. Oktober gefeiert | Findet meist im November statt |
| Kürbisse werden geschnitzt | Räben werden geschnitzt |
| Gruselige Kostüme und Dekorationen stehen im Vordergrund | Leuchtende Laternen und gemeinsames Singen stehen im Mittelpunkt |
| Kinder sammeln teilweise Süssigkeiten | Kinder ziehen gemeinsam mit ihren Laternen durch die Strassen |
| Wurzeln in keltischen Bräuchen, später besonders durch die USA geprägt | Eigenständiger Schweizer Herbstbrauch |
Zwei Bräuche, eine leuchtende Gemeinsamkeit
Ob gruselige Kürbisgesichter oder liebevoll geschnitzte Räbeliechtli: Beide Traditionen bringen im Herbst Licht in die dunklen Abende. Während Halloween vor allem für Grusel, Kostüme und Süssigkeiten steht, geht es beim Räbeliechtli-Umzug um das gemeinsame Erlebnis und das Weiterführen einer Schweizer Tradition. So haben beide Bräuche ihren ganz eigenen Charme.
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