«Unser Pausenplatz, der Garten, er ist wunderschön. Er gibt einem Geborgenheit, auch wenn es regnet.»

Mina

Presse


Kathi Jubiläumsmusical 2014


Jubiläumsmusical erreicht Höchstwerte

(Artikel von InfoWILplus vom 14.6.201)

 

Mit einfachen Mitteln, einer beleuchteten Plastikfolie im Hintergrund ergab sich ein szenisch starker Start des Musicals.

Mit einfachen Mitteln, einer beleuchteten Plastikfolie im Hintergrund,

ergab sich ein szenisch starker Start des Musicals.

 

Ein vortreffliches Gemeinschaftswerk, dem Schulteam und den drei Schulklassen.

 
Niklaus Jung
 
Das bereits 20. Musical der Mädchensekundarschule Kathi in Wil mit "Across the Universe" erreichte beim Premierenpublikum am Donnerstag Abend einmal mehr Höchstwerte in der Beurteilung. Das von den Mädchen selber ausgesuchte Thema mit Parallel-Welten, erhielt mit Drehbuchautorin Pamela Dürr eine professionelle Aufarbeitung. Das Thema ist top aktuell, wie die gestresste Arbeitswelt öfters als Ausgleich und Erholung andere Welten aufsucht.

Erste Wohlfühlatmosphäre erfuhren die Premierengäste zum Startapero. Nebst Getränken konnten sich die Gäste an Häppchen aus der Kathi-Küche gütlich tun. Zum Auftakt des Musicals begrüsste Stadtpfarrer Roman Giger, Mitglied des seit 2012 bestehenden Stiftungsrates der Klosterschule. Er gab sich erfreut über die enorme Leistung seitens aller Beteiligten, bis das grosse Werk nun Premiere feiern kann. Die Qualität der Schule sei insbesondere in den vier Säulen begründet, als Werte-, Leistungs-, Tages- und der Musischen Schule.

Dem Alltag entfliehen können

Das Musical macht in der Aufführung die Anwesenheit von Parallel-Welten bewusst, welche die meisten Menschen kaum wahrnehmen. Stress, Leistungsdruck und Frustrationen lassen die Suche nach Möglichkeiten stärker werden, in andere Welten einzutauchen, ob zu neuem Wohlgefühl zu kommen, oder Aggressionen abzubauen.

Die drei Formen von Parallel-Welten als Portal, "Bubble World", "Wish World" und "Hit World" kommen einladend zur Vorstellung, was wohl in vielen Köpfen im Publikum bereits Ferienideen aufkommen liess. Der Start der Aufführung mit den Frustrationen zweier Schülerinnen machte deutlich, wie es eben läuft, wenn man mit dem Alltag nicht mehr zurecht kommt.

Wenn die Regeln nicht mehr eingehalten

Die Wirkungsweise der Parallel-Welten machte deutlich, dass sie nur nach strengen Regeln funktionieren. Die Inszenierung der gebrochenen Regeln, indem sich die Welten untereinander vermischten, sorgte für chaotische Szenen. Die aufkommenden Missverständnisse und Ängste liessen bald einmal auch Opfer folgen.

Erst die Schaffung eines neuen Weltenkerns, wo die Welten wieder nach klaren Regeln getrennt wirken, liess diese wieder aufblühen.

Professionelle Ausgestaltung

Die Aufführung verblüffte aus zweierlei Gründen. Zum einen hat sich das Kathi über die 20 Jahre eine hochstehende Bühneninfrastruktur anschaffen können, welche professionellen Bühnen nicht nachsteht. Gleichzeitig zeigen sich Installationen, welche mit einfachen Mitteln realisiert wurden.

Zusammen mit den Vorteilen der teils theatergeschulten Mädchen erreicht auch die diesjährige Aufführung höchste Qualitäten. Es ist bekanntlich jedes Jahr ein neues Schauspielteam, bekanntlich immer die nachfolgenden dritten Sekundarklassen. Es ist zwar das 20. Musical, aber keineswegs das Resultat langjähriger Schauspielender.
 

Alle 59 Mädchen der drei dritten Klassen sorgen für einen freudvolle Einlagen.

 

"Lassen wir dem Kathi doch sein Profil?"

Ohne zwingend ein Fan zu sein vom Kathi, begeistern die alljährlichen Musicals in ihrer szenischen wie auch thematischen Gestaltung. Immer mit Sinnfragen verbunden, kann sich auch die diesjährige Aufführung mit "Across the Universe" von blosser Unterhaltung abgrenzen.

Dass diese Qualitäten erreicht werden, erfordert nicht allein beim Lehrerteam viel Einsatzfreude und Ideenreichtum. Die Begeisterung überträgt sich bekanntlich alljährlich auch auf eine grosse Zahl Helferinnen und Helfer ausserhalb der Schule, welche über Wochen an Kostümen und Utensilien arbeiten. Dass gleich alle drei Klassen vollzählig die zusätzlichen Einsätze über Monate in Kauf nehmen, hat wohl nicht allein mit Erreichen von vorteilhafter Bühnenpräsenz zu tun.

Im alleinigen Nebeneinander, Öffentliche Schulen und Kathi, wird das Kathi auch in der Zukunft trotz besten Vorstellungen kritischer Beurteilung stand halten müssen. Im verstärkten Zusammenwirken der beiden Schulprofile könnte eine gegenseitige Befruchtung stattfinden, wie die Stärken der jeweiligen Schulen optimale Förderung erlangen. Letztlich geht es doch auch um Standortförderung, qualitativ umfassend hochstehende Bildungsstätten anbieten zu können. Mit "Lassen wir dem Kathi doch sein Profil" werden die nicht einfachen Abgrenzungen weiterhin bestehen bleiben.

Niklaus Jung